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Veranstaltungen in München 2018 / 2019

Zu allen Veranstaltungen sind nicht nur Mitglieder, sondern auch Interessierte und Freunde der Gesellschaft herzlich willkommen!



Dienstag, 29. Januar 2019, 19:00 Uhr
Abwehr des Bösen, Beschwörung des Glücks

Vortrag: Ulla Ther
IBZ München e.V., Amalienstr. 38, 80799 München

Das Alltagsleben in Anatolien war nicht immer leicht. Menschen suchten zu jeder Zeit Halt und Hoffnung und fanden sie auch in kleinen Amuletten, die eine weite Verbreitung fanden und ganz unterschiedlich gestaltet waren. Ulla Ther, Hobby-Feldforscherin mit langjährigem Aufenthalt in der Türkei, wird einen Einblick geben in ihre Sammlung dieser Amulette, die teilweise auch mit Inschriften versehen waren. Ihre Versuche, diese zu gruppieren und zu verstehen, liefert einen tiefen Einblick in die ländliche Kultur Anatoliens.

Frau Ther arbeitete in den 80er Jahren als Lehrerin in Istanbul. Ihr Interesse für die osmanische Hochkultur erwachte dort ebenso wie das für die ländliche Kultur. Als „Hobby-Feldforscherin“ beschäftigt sie sich seitdem intensiv mit der Kultur der Textilien, mit Malereien in Dorfmoscheen und mit all den Gegenständen, die in Anatolien bei Festen benutzt wurden.


Dienstag, 6. November 2018, 19:15 Uhr
Das Bekenntnis zum einen und einzigen Gott

Vortrag: Prof.(em.) Dr. Peter Antes
(gemeinsame Veranstaltung aus der Reihe "Basiswissen Islam" der LMU München und der Gesellschaft der Freunde Islamischer Kunst und Kultur e.V.)

Hörsaal B 201 - LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Die öffentliche Diskussion in Deutschland vermittelt nicht selten den Eindruck, als handele es sich beim Islam um eine völlig andere Kultur, die nichts mit der jüdisch-christlichen zu tun habe. Die Muslime sehen dies ganz anders. Für sie ist der Koran die Fortführung und Vollendung der biblischen Offenbarung. Der Vortrag wird die islamische Sicht der Offenbarungsgeschichte wiedergeben sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Aussagen der Bibel und des Koran behandeln. Er wird zeigen, welche Konsequenzen das Bekenntnis zum einen und einzigen Gott für den Umgang der Muslime mit Andersgläubigen hat und wie dieses Bekenntnis das Leben der Muslime im Diesseits wie im Jenseits prägt.

Prof. em. Dr. Peter Antes studierte Religionswissenschaft, katholische Theologie und Orientalistik in Freiburg und der Universität Paris. Er habilitierte sich für Religionsgeschichte und Religionswissenschaft und war tätig als Professor für Religionswissenschaft an der Universität Hannover.


Dienstag, 30. Oktober 2018 , 19:15 Uhr
Das islamische Grundgebot der solidarischen Mildtätigkeit und seine politischen, sozialen und ökonomischen Verwendungen

Vortrag: Prof. Dr. Christoph K. Neumann
(gemeinsame Veranstaltung aus der Reihe "Basiswissen Islam" der LMU München und der Gesellschaft der Freunde Islamischer Kunst und Kultur e.V.)

Hörsaal B 201 - LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Eines der fünf Grundgebote des Islam ist die milde Gabe, zakat. Sie ist die Wurzel verschiedener Steuern, die in islamischen Gemeinwesen erhoben werden. Darüber hinaus ist Mildtätigkeit ein Gebot, das den Gläubigen überhaupt betrifft. In der Geschichte vom Islam geprägter Gesellschaften stößt man deswegen ständig auf Praktiken, die als mildtätig begriffen werden. Der Vortrag wird sich nicht um eine normative oder theologische Beurteilung bemühen, welche dieser Praktiken "tatsächlich" mildtätig waren, sondern nach einer Einführung in Vorstellungen von zakat und Begriffe wie sadaqa sich auf Praktiken der Patronage und vor allem der Frommen Stiftungen (waqf) konzentrieren. Im Mittelpunkt steht das Stiftungswesen, wie es sich im Osmanischen Reich in der Frühen Neuzeit und der Moderne entwickelte und so den ganzen Nahen Osten prägte. Ein kurzer Einblick in das heutige Stiftungswesen der Türkei schließt den Vortrag ab.

Prof. Christoph K. Neumann leitet den Lehrstuhl Türkische Studien an der LMU München. Sein Aufgabengebiet umfasst die Geschichte und Kultur der Türkei und des Osmanischen Reichs. Wissenschaftlichen Stationen führten ihn über Prag nach Istanbul an die Bilgi Universität, an der er u.a. im Institut für Geschichte als akademischer Direktor das MA-Programm verantwortete. Prof. Neumann, der staatlich geprüfter Übersetzer für Deutsch/Türkisch ist, ist zudem bekannt als Autor, Herausgeber und Übersetzer einiger Bücher.



Dienstag, 22. Mai 2018 , 18:30 Uhr
Mohammed - Der Prophet, 3. Teil der Doku-Reihe

Filmvorführung
IBZ München e.V., Amalienstr. 38

Die dreiteilige Reihe „Mohammed – der Prophet“ von Faris Kermani und Ziauddin Sardar begibt sich auf die Spuren des Propheten. Rageh Omaar zeichnet Mohammeds Leben von seinen Anfängen in Mekka, über seine militärischen und politischen Errungenschaften bis hin zu seinem Tod und Vermächtnis nach. Der erste Teil der Reihe mit dem Titel „Erste Offenbarungen“ erzählt von der Geburt und dem frühen Leben von Mohammed. In „Kampf um Mekka“ beleuchtet Rageh Omaar Mohammeds Schlüsselerlebnisse. Der besonders interessante dritte Teil der Reihe thematisiert die Prinzipien "Scharia und Dschihad“ und widmet sich den Aspekten Glaube, Gesetz, Heiliger Krieg und Mohammeds Abschiedspredigt, der Botschaft zur Zukunft des Islams.



Dienstag, 29. Mai 2018, 19:00 Uhr
Everybody's Darling - Namik Kemals Ideen im 20.Jahrhundert

Vortrag: Dr. Ellinor Morack
(gemeinsame Veranstaltung mit LMU München und MZIS München)

Hörsaal M014 - LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Namik Kemal (1840–1888) war einer der bedeutendsten Schriftsteller, Journalisten und politischen Theoretiker der späteren Tanzimat-Zeit. Als Mitglied der sogenannten Jungosmanen und Herausgeber wichtiger Zeitungen formulierte er zentrale Ideen, die seither Einfluss auf Angehörige praktisch aller türkischen politischen Strömungen hatten. Deren Meinungen über Namiks Ideen und seinen Lebenswandel stehen dabei in teils krassem Widerspruch zueinander: wahlweise erscheint er als Islamist oder Fürsprecher eines säkularen Staates, als Osmanist oder türkischer Nationalist, als eher religionsfern oder als Inbegriff islamischer Frömmigkeit, als früher Fürsprecher der Frauenrechte usw. In den Jahren vor seinem hundertsten Geburstag entwickelte sich eine regelrechte Debatte um ihn. Zu nennen sind etwa Riza Nurs - noch im ägyptischen Exil ge-schriebene - Monographie von 1936 sowie ein ähnliches Buch von Necip Fazil Kisakürek, das 1940 erschien. In diesem Vortrag soll diese Debatte als wichtiger Moment der Selbstverortung des türkischen Nationalismus sowie der Ausdifferenzierung seiner Spiel-arten analysiert werden.

Dr. Ellinor Morack arbeitet seit 2015 als Akademische Rätin am Lehrstuhl für Turkologie an der Universität Bamberg. Nach ihrer Promotion an der Freien Universität Berlin im Jahr 2013 war sie als promovierte wissenschaft-liche Mitarbeiterin tätig beim Stiftungsfond Martin-Buber-Gesellschaft an der Hebrew University in Jerusa-lem. Schwerpunkt ihrer Doktorarbeit bildeten Fragestellungen im Zusammenhang mit der Stadt Izmir und dem Bevölkerungsaustausch in den Jahren 1922 – 1930. Hans Georg Majer war bis 2002 Professor für Geschichte und Kultur des Nahen Orients an der Ludwig-Maximilians- Universität, rief 2002 das Münchner Zentrum für Islamstudien (MZIS) ins Leben und leitete es als Sprecher bis 2017.



Dienstag, 6. Februar 2018, 19:00 Uhr
Sultan und Gerechtigkeit im Osmanischen Reich des 16. und 17. Jahrhunderts

Vortrag: Prof.(em.) Dr. Hans Georg Majer
(gemeinsame Veranstaltung mit LMU München und MZIS München)

Hörsaal M014 - LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Gerechtigkeit ist im Orient traditionell Grundlage des Ansehens eines Herrschers und damit seines Selbstverständnisses. In der Gerechtigkeit sahen auch schon die frühesten Geschichtsschreiber der Osmanen die Voraussetzung für das Blühen des Landes. Wie aber konnten die osmanischen Sultane in ihrem riesigen Reich bei einer Bevölkerung von großer religiöser, kultureller, sozialer und ethnischer Vielfalt über Jahrhunderte für Gerechtigkeit sorgen? Welche Mittel standen ihnen zur Verfügung? Wie wurden sie eingesetzt? Wie weit gelang es ihnen, diese brisante Forderung zu erfüllen?

Hans Georg Majer war bis 2002 Professor für Geschichte und Kultur des Nahen Orients an der Ludwig-Maximilians- Universität, rief 2002 das Münchner Zentrum für Islamstudien (MZIS) ins Leben und leitete es als Sprecher bis 2017. Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen die Geschichte und Kultur des Osmanischen Reiches. Schwerpunkte sind die europäisch-osmanischen Beziehungen, das 17. Jahrhundert, die osmanische Diplomatik, Biographien von Wesiren, die osmanische Miniaturmalerei und die Porträts der osmanischen Sultane.



Montag, 5. Februar 2018, 18:30 Uhr
Pompeiopolis - Neue Forschungen in der verlorenen Stadt des Pompeius

Vortrag: Prof. Dr. Latife Summerer
IBZ München, Amalienstr. 38

Pompeiopolis ist eine der ersten ex novo Gründungen der Römer in Kleinasien. Die Stadt trug den Namen des römischen Feldherrn Pompeius und entwickelte sich in der Kaiserzeit zur Metropolis Paphlagoniens in Nordkleinasien. Im Vortrag werden die Grabungen in Pompeiopolis, auf einem Plateau nahe bei der modernen Stadt Tasköprü, während der letzten elf Jahre vorgestellt, durch die die verlorene Stadtbebauung teilweise zurückgewonnen werden konnte.

Latife Summerer leitete elf Jahre lang die wissenschaftlichen Grabungen in Pompeiopolis, in der Provinz Kastamonu. Sie lehrt an den Universitäten München und Kastamonu. Aktuell ist sie mit der Gründung eines Forschungsinstituts in Nicosia beschäftigt. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte sie jüngst einen Bildband „Pompeiopolis-Tasköprü. 2000 Years between Metropolis und County Town“



Hinweise auf Veranstaltungen anderer Organisationen


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